Nach der UN-Klimakonferenz in Marrakesch 2016 (COP22), bei der ein Arbeitsprogramm zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens angenommen wurde, haben sich mehrere Staaten, darunter auch Frankreich, der Koalition “2050 Pathways“ angeschlossen. Das Ziel es ist, bis zum Jahr 2050 “Null Netto-Emissionen“ zu erreichen. Mehr als 200 Unternehmen, darunter auch Atos, haben außerdem beschlossen, das “Zwei-Grad Ziel“ anzustreben und sich der Initiative „Science Based Targets“ angeschlossen. Wie der strategische Plan auch aussieht, sicher ist: Länder, Städte und Unternehmen werden sich auf Daten und die Digitalisierung stützen, um die globale Erwärmung in Schranken zu halten.

Daten – eine einzigartige Quelle des Wissens über die Erde

Im Jahr 2020 werden wir auf der Welt  die historische Grenze von 40 Zettabyte, 40 Tausend Milliarden Milliarden Daten erreichen, mehr als es Sandkörner auf dem Planeten gibt… Diese Datenmenge wird permanent erzeugt durch das Internet der Dinge, mit 25 Milliarden vernetzter Objekte im Jahr 2020, und bildet eine einmalige Wissensquelle. Indem wir diese Daten im Rahmen der offenen Innovation für alle verfügbar machen, werden sie uns helfen, die Auswirkungen des Klimawandels zu identifizieren und zu messen, wie beispielsweise das Schmelzen der Gletscher, der Schwund der Artenvielfalt, die Migrationsströme, die Umweltverschmutzung. Das Projekt SparkIndata – ein Konsortium unter der Leitung von Atos – konsolidiert auf diese Weise Informationen aus Erdbeobachtungen mit geografischen, ozeanografischen und wissenschaftlichen Daten und stellt sie den verschiedensten Akteuren zur Verfügung. So können sie ganz neue Serviceleistungen anbieten und neue Einsatzbereiche erschließen.

Auf dem Weg zu simpleren und effizienteren ökonomischen Modellen

Die Digitalisierung ist eine der Sprungfedern der Kreislaufwirtschaft. Die durch die vernetzten Geräte generierten Informationen sind eine Quelle für „schonende“ Innovationen; sie begünstigen die effiziente Nutzung unserer Rohstoffe. Das Netz untereinander kommunizierender Objekte ermöglicht die Rückverfolgbarkeit der Ressourcen (Fundort, Status, Verfügbarkeit der Produkte und Materialien) sowie die Verlängerung ihrer Lebensdauer. Nur so wird die notwendige Transparenz geschaffen, um Ressourcennutzung und -ströme besser zu steuern.

Die „Sharing Economy“ ist eine weitere tragende Säule von Umweltlösungen. Sie setzt die Existenz von Kooperationsplattformen voraus, damit eine Ware oder eine Dienstleistung geteilt werden kann (wie beispielsweise über Blablacar oder Airbnb), um so die Auswirkungen auf die Ressourcen zu verringern und Umwelteffekte der Produktion zu reduzieren. Der „On-Demand“ Zugriff auf Transaktionsplattformen, basierend auf flexiblen, robusten und abgesicherten Cloud-Technologien, ist in dieser Hinsicht von grundlegender Bedeutung.

Blockchain ist eine der zukunftsweisenden Technologien, die wir in Betracht ziehen sollten. Sie basiert auf einer verteilten, gesicherten und dezentralisierten Infrastruktur, die bereits jetzt die Energiewende beschleunigt. Kombiniert mit Mikronetzen, können autonome Energie-Communities gebildet werden, die die Schaffung von lokalen Peer-to-Peer-Märkten ermöglichen, wie sie für die Entwicklung erneuerbarer Energien notwendig sind.

 

Von der Landwirtschaft zum Transportwesen: Sämtliche Sektoren profitieren von der Digitalisierung

Im Jahr 2050 wird die Weltbevölkerung unweit der 10 Milliardengrenze liegen. Angesichts  der Verknappung der Ressourcen wird die Ernährungssicherheit ein zentrales Thema sein. Um die Weltproduktion um 70 Prozent zu steigern, ist eine vernetzte Landwirtschaft nötig. Diese neue Landwirtschaft wird weniger Wasser verbrauchen, auf weniger Produktionsmittel angewiesen sein und weniger CO2 ausstoßen. Die relevanten Informationen,  wie Wetter, Bodenfeuchtigkeit, Bodenschätze oder Pflanzenreife, übermittelt durch eingebettete und mobile Technologien wie Sensoren und Drohnen, werden die Berufe der Nahrungsmittelindustrie stark verändern.

Die intelligente Mobilität bildet einen wichtigen Hebel zur Unterstützung der klimatischen Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Transportwesen, welches für 25 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich ist. Vernetzte Arbeitsumgebungen, elektrische Fahrzeuge und autonome Autos gehören zu den technologischen Lösungen, die bei der CO2-Bilanz sehr gut abschneiden. Allein die Letztgenannten würden es ermöglichen, die CO2-Emissionen um mehr als 60 Prozent zu reduzieren. Deshalb muss diese Wachstumsbranche gefördert werden.

Schließlich stellen digitale Technologien die notwendige Transparenz her, die eine Voraussetzung für die Realisierung der Klima-Verpflichtungen ist. Die Zuverlässigkeit des Kohlenstoffmarktes, die Nachverfolgbarkeit der nationalen Entwicklung und die Kontrolle der Treibhausgas-Reduzierungsziele stützen sich notwendigerweise auf die Infrastrukturen und robuste, hochsichere digitale Lösungen.

Kann die digitale Transformation die Welt retten?

Die Datenwirtschaft zeigt bereits jetzt ihre Möglichkeiten, globale Probleme in Angriff zu nehmen und neue Geschäftsmodelle zu erfinden, ganz zu schweigen von konkreten praktischen Anwendungen im täglichen Leben, sei es im privaten oder im geschäftlichen Umfeld. Dies ist einer der Gründe, weshalb ich im Jahr 2011 die „Zero E-Mail“TM Initiative ins Leben rief, um in den Kampf gegen die „Informationsverschmutzung“ zu ziehen. Weniger versandte E-Mails – das bedeutet indirekt auch eine geringere Energieverschwendung in den Rechenzentren, die diese verwahren und bearbeiten müssen. Dies ist nur ein Beispiel von vielen, die dem Programm „Null CO2-Ziel“ von Atos entstammen. Die Digitalisierung allein wird die Welt nicht retten können, aber sie wird ein Bestandteil des innovativen Instrumentariums sein, um klimatische Veränderungen zu verlangsamen und deren Auswirkungen anzupassen.